Albert Einstein wird zugesprochen einmal gesagt zu haben, dass es purer Wahnsinn ist immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. Übertragen auf unser Bildungssystem stellt sich die Frage, mit welcher Form von Wahnsinn wir es zu tun, haben, wenn wir immer die gleichen Inhalte mit wenig Varianz in den Formaten lehren und zugleich erwarten, dass die aktuellen nachkommenden Generationen Antworten auf die vielfältigen Herausforderungen finden (werden) vor denen unsere Gesellschaft steht. Diese Tatsache ist umso erstaunlicher, als dass eine Vielzahl an wissenschaftlichen Studien sowie auch praktische Erfahrungen klar herausstellen, dass Lernen eigentlich nicht viel braucht außer Raum, um sich ausprobieren zu können. Das erste, was unser Bildungssystem uns jedoch quasi „abtrainiert“ zumindest jedoch madig macht ist unsere kindliche Neugier. Stattdessen werden wir darauf getrimmt, nach Abschlüssen, Zertifikaten, Nachweisen jeglicher Art zu streben, die eine legitimierenden Stellvertretungsfunktion für unser vermeintliches Können darstellen. Hochkomplex ist der Apparat geworden, der für die Aufrechterhaltung unseres Bildungssystem notwendig ist. Verloren geht dabei das Wissen darum, dass es zur Entfaltung von Potenzialen, für die Entwicklung von Fähigkeit eigentlich nur Impulse braucht die neugierig machen. Impulse, die uns auf vielfältige Art und Weise kognitiv und soziale herausfordern. Kleine und große Lernabenteuer in uns bislang unbekannt Welten – eben genauso, wie wir bereits als Kinder spielerisch gelernt haben. Das Gute: Forschungen bestätigen, dass wir auf diese Art und Weise besser und schneller lernen und vor allem zugleich die Fähigkeit entwickeln, selber das Verständnis für neue Zusammenhänge zu entwickeln. Wir müssen es also einfach nur noch tun! Und hier kommt die zweite gute Nachricht: Digitale Technologien eröffnen uns unglaubliche Möglichkeiten Lernende zu Bildungsforscher*innen werden zu lassen, auf individuelle Bedarfe und Bedürfnisse einzugehen sowie aus Lehrenden-Kollegien Lernbegleitungs-Teams zu machen, die neben Fachwissen auch unterschiedlichste Formen von Erfahrungswissen mit einbringen können.

Statt immer mehr Vielfalt (und eigentlich ist es streng genommen auch immer nur noch mehr vom Gleichen) in die Curricula zu stopfen, ist es vielmehr an der Zeit zu verstehen, dass wir in einem Zeitalter angekommen sind in dem aufgrund des einfachen Zuganges und der Fülle an Informationen nicht mehr deren Vermittlung, sondern die Vielfalt an Formen an diese unabhängig von Zeit und Raum zu gelangen und sie zu verknüpfen immer wichtiger wird.

Um dies zu lernen bedarf es wenig und wer so lernt gestaltet Zukunft. Denn: Lernen ist, was jetzt passiert. Jetzt, genau in diesem Moment wandert jede*r von uns auf einem ganz individuellen (digitalen) Lernpfad. Stillt digitale Lernbedürfnisse und entwickelt neue – manche aus Not, manche aus Neugier. Das besondere an der digitalen Bildungszukunft als digitale Zukunftsbildung: Wir sind frei das Leben zu lernen und somit das Lernen zu leben. Was damit gemeint ist? Ich nenne es das „Pippi Langstrumpf Prinzip“. Pippi zeichnet eine ganz besondere Haltung aus: Sie geht erst einmal davon aus, dass sie das, was sie tun möchte, kann. Und auch wir können mit eben dieser Zuversicht und Überzeugung auftreten. Und zwar immer dann, wenn wir Raum und Rahmen dafür schaffen, dass Lernen stets das ist, was jetzt passiert. Dann wird digitale Bildung zu einer Art Entwicklungs-Kreuzung. Stellen wir fest, dass uns etwas nicht direkt gelingt, haben wir stets die Wahl: Entweder entscheiden wir uns es selbst auf eine neue Art und Weise zu tun (innovieren), oder wir tun uns zusammen mit einer Person, die es schon kann (kollaborieren). So oder so entwickeln wird unser digitales Potenzial unsere Talente weiter – in manchem Fällen eher inhaltlich/ methodisch oder technologisch, in manchen eher in der digitalen Interaktion.

An dieser Stelle entfaltet sich die politische Dimension der digitalen Bildung. Egal wie innovativ auch eine Form von „Können“ sein mag, so lange es nicht mit einem „wollen“ und „dürfen“ in Verbindung steht, wird es nicht zur Anwendung kommen. So mag das „Können“ zwar die Frage nach dem „warum“ inhaltlich beantworten, jedoch nicht nach dem kontextuellen „wofür“. Als Kind verfügen wir noch über diesen unglaublichen intrinsischen Lernwillen, der das „wofür“ beantwortet. Wir lassen uns auch nicht von wiederholten Fehlversuchen irreleiten, sondern üben beharrlich bis beispielsweise die ersten Schritte funktionieren nur um dann die so eroberte neue Freiheit dafür zu nutzen gleich den nächsten Entwicklungsgipfel zu erstürmen. Mit dem Erwerb der Sprache lernen wir zusätzlich dann vor allem über eins: Fragen! Ja, das scheinbar nie zufrieden zu stellende kleinkindliche „warum“ mag uns Ältere das ein oder andere Mal an unsere Grenzen bringen. Doch ist es genau das, was uns zu wahren Bildungssprüngen verhilft. Warum ist die Schilderung dieser uns allen aus dem eigenen Leben so bekannten menschlichen Entwicklungsphasen wichtig? Weil wir sie so schnell wieder vergessen. Weil wir so schnell wieder vergessen, wie gut und erfolgreich wir bereits in unseren jüngsten Jahren gelernt haben. Weil wir zulassen, dass wir unseren Kindern in unserem Bildungssystem zunächst beibringen das Lernen zu verlernen, damit sie konform gehen können mit einem Ansatz von Bildung der weniger mit der individuellen Entwicklung, sondern mehr mit einer Auswendig- und Anwendungslernkompetenz von Allgemeingültigem zu tun. Zudem sind unsere heutigen Bildungsinstitutionen mehr damit beschäftigt darüber aufzuklären, was wir alles nicht dürfen – teils weil es über ein (juristisches) Regelsystem so fest gelegt ist, teils, weil es einfach Gewohntes hinterfragt und damit Unsicherheit und Komplexität erzeugt. Digitale Bildung hat daher nur zu einem Teil damit zu, dass digitale Technologien einen neuen Lehrkanal darstellen. Digitale Bildung hat vor allem zu einem anderen Teil auch damit zu einen, eine Digitalkompetenz (digital literacy) zu fördern, die wieder zulässt das Lernen zu lernen und dabei deutlich macht, was Lernende und Lehrende Ddrfen sowie Mut macht zu formulieren, welche Form des digitales Lernen gewollt wird um eine bessere Zukunft gestalten zu können.

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